AG Biopolymere
1. Polyhydroxyalkansäuren (PHA)
Arbeitsgruppenleiter: Dr. Gisela Mothes
Polyhydroxyalkansäuren sind biologisch abbaubare
thermoplastischen Polymere, die von Bakterien unterschiedlicher
taxonomischer Spezifikation akkumuliert werden. Der bekannteste
und verbreitetste Vertreter ist Polyhydroxybuttersäure (PHB).
Diese Polyester weisen eine Reihe weiterer sehr interessanter
Eigenschaften auf. Sie können aus nachwachsenden Rohstoffen
erzeugt werden, besitzen eine sehr geringe
Sauerstoffdurchlässigkeit, sind wasserbeständig und
biokompatibel. Daraus ergeben sich vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten, z.B. im Verbund mit anderen
Werkstoffen oder in der Medizin.
Die Arbeitsgruppe befasst sich mit effektiven Methoden der
biotechnologischen Erzeugung von PHA. Durch die Synthese von
Copolymeren mit 3-Hydroxyvaleriansäure,
4-Hydroxybuttersäure können Polymere unterschiedlicher
mechanischer Eigenschaften erzeugt und für Interessenten als
Muster bereitgestellt werden. Die Fermentation erfolgt sowohl im
fed-batch als auch in kontinuierlicher Betriebsweise und ist bis
zum 500-Liter Maßstab erprobt worden.
Projekte:
Entwicklung von geeigneten Werkstoffen aus Polyhydroxyalkanoaten für die Beschichtung von Naturwerkstoffen LfUG
Autologer Gewebeersatz durch mesenchymale Stammzellen und biofunktionalisierte Polymer-Scaffolds SMWK
Biotechnologische Herstellung von Copolymeren definierter Zusammensetzung UFZ
Beschreibung und Optimierung zweistufiger kontinuierlicher Produktsynthesen mit heterogener Zellpopulation UFZ
Mikrobielle Produktsynthesen SMWK
Biopolymere auf Basis von Polyhydroxyalkanoaten (PHA) - Gewinnung von PHB aus Abfall - Glycerin der Biodieselproduktion - BioPro BASF
2. Chitosan
Arbeitsgruppenleiter: Dr. Jelka Ondruschka
Chitosan ist ein natürliches Polysaccharid -
biologisch abbaubar, biokompatibel, nicht toxisch und ein guter
Filmbildner. Aufgrund der Löslichkeit von Chitosan lässt
es sich chemisch modifizieren und in verschiedene Anwendungsformen
(Fasern, Folien, Kapseln Beschichtungen) überführen. Das
Einsatzgebiet von Chitosan reicht von der Abwassertechnik bis zur
Herstellung von Spezialprodukten in der Medizin. Gegenwärtig
wird das Chitosan weltweit ausschließlich durch
Deacetylierung von Chitin aus Krabbenschalen gewonnen. Da die
Verfügbarkeit von Chitin saisonbedingt und somit begrenzt ist,
kommt Pilzen als Quelle für Chitin zur Chitosanproduktion
wachsende Bedeutung zu. Die Zellwand der Deuteromyceten, hierzu
gehören nahezu alle industriell genutzten Antibiotika- und
Enzymproduzenten, besteht im wesentlichen aus Chitin. Dieser
Rohstoff kann extrahiert und durch chemische oder enzymatische
Deacetylierung in Chitosan umgewandelt werden.
Um den Fermentationsprozeß zur Gewinnung von Chitosan
wirtschaftlich zu gestalten, werden Pilzmycelien aufgearbeitet, die
als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Enzymen und Antibiotika
anfallen. Zukünftig soll auch der Einsatz von preiswerten
Substraten (Dünnschlempe aus Brennprozessen, Sulfitablauge aus
der Papier-herstellung) zur Fermentation von Chitosan aus Pilzen
untersucht werden.
Projekte:
Untersuchungen zur Gewinnung von Chitosan aus Pilzmycelien der Enzymproduktion FNR
Herstellung pilzlichen Chitosans zu Testzwecken für die Applikation (FNR/ BMVEL) FNR/ BMVEL
Untersuchungen zur Entfernung von 17ß-Östradiol aus Wässern mittels Pilz-Chitosan (SAB) SAB
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